Wenn man strandet, hat man gute Chancen zu wachsen.
Es ist wie immer, wenn etwas Schlechtes oder Schreckliches passiert  -  wenn man es überstanden hat, ist man so erleichtert, dass man am liebsten gleich vergessen möchte, wie furchtbar es war und wie elend man sich gefühlt hat. Man möchte nochmal von vorn anfangen. Oder sich nur noch an die guten Teile erinnern. Oder man sagt sich, dass es einem wenigstens geholfen hat, einen neuen Teil von sich selbst zu entdecken. Es ist nicht alles gut, geschweige denn perfekt. Aber das war es auch nie. Trotzdem ist es unverzeihlich. Aber wir müssen versuchen, es zu verstehen. Vielleicht kann ich es verzeihen, wenn ich es richtig verstanden habe.
Vermutlich ist es im Nachhinein immer leichter, den Ausweg zu sehen. Solange man mittendrinsteckt und in lauter im Kreis verlaufenden Sackgassen umherirrt, ist es schwer, mit irgendetwas klarzukommen. Das Gefühl kenne ich gut. Aber es gibt ein Morgen. Früher habe ich mich voll und ganz auf das Hier und Jetzt konzentriert. Ich habe Dinge gesagt und getan, bei denen ich nur daran gedacht habe, wie ich das, was ich wollte, so schnell wie möglich bekommen konnte. Ich habe keinen Gedanken darauf verschwendet, wo der Rest der Dominosteine hinkippt. Dass ich in meinem Leben, und in dem der Menschen um mich herum etwas bewirken kann. Denn ich habe so unglaublich viel gelernt, ich bin innerlich so sehr gewachsen. Und das Lernen hört nie auf.
Das Leben erzählt einem immer weiter von Morgen, und ich lebe dieses Morgen, und manchmal versuche ich, es ein bisschen besser zu machen. Wir müssen selbst für unser Morgen sorgen.
Man sollte nicht versuchen, sich in den Lauf der Dinge einzumischen. Manchmal muss man es aushalten, dass man sich unbehaglich fühlt. Manchmal muss man vor anderen Menschen zeigen, dass man verletzlich ist. Manchmal ist das notwendig, denn nur so lernt man sich wieder ein Stück besser kennen.

Man sollte nicht versuchen, sich in den Lauf der Dinge einzumischen. Manchmal muss man es aushalten, dass man sich unbehaglich fühlt. Manchmal muss man vor anderen Menschen zeigen, dass man verletzlich ist. Manchmal ist das notwendig, denn nur so lernt man sich wieder ein Stück besser kennen.

Ich schreib dir morgen wieder…

Es hat rein gar nichts mit Religion zu tun, auch nichts mit psychischer Labilität, sondern mit einem natürlichen menschlichen Instinkt, nämlich dass man hofft, auch wenn es eigentlich keine Hoffnung mehr gibt. Es hat mit Liebe zu tun, damit, dass man einen geliebten Menschen verloren hat, der wie ein Teil von einem selbst war, und dass man nahezu alles dafür tun würde, ihn zurückzubekommen. Es ist die Hoffnung, dass man diesen Menschen eines Tages wiedersieht, dass man sich ihm noch immer nahefühlen kann. Früher habe ich geglaubt, Hoffnung ist ein Zeichen von Schwäche. Aber das stimmt nicht, im Gegentel  -  es ist die Hoffnungslosigkeit, die schwach macht. Hoffnung macht stark, denn durch sie beginnt man langsam, einen Sinn in dem zu erkennen, was geschehen ist. Nicht unbedingt den Sinn, warum man den geliebten Menschen verloren hat, sondern eher den Sinn dessen, dass man selbst weiterlebt. Denn die Hoffnung ist ein Vielleicht. Ein ‘Vielleicht sind die Dinge irgendwann nicht mehr so beschissen’. Und dieses Vielleicht macht alles sofort ein bisschen leichter.

Was wäre, wenn wir wüssten, was uns morgen bringt? Würden wir dann alles besser machen? Könnten wir das überhaupt?

Was wäre, wenn wir wüssten, was uns morgen bringt? Würden wir dann alles besser machen? Könnten wir das überhaupt?

Wäre es dir lieber, wenn man dir ein Leben geben würde, das schon jemand gelebt hat? Dann kannst du dich zurücklehnen und beobachten. Oder möchtest du lieber selbst leben?
Ständig werfen die Leute mit irgendwelchen schlauen Bemerkungen über das Trauern um sich, als wäre ich von gestern und wüsste nicht, dass es schwer ist, einen Menschen zu verlieren, mit dem man in den letzten Jahren jeden Tag seines Lebens verbracht hat.

Ständig werfen die Leute mit irgendwelchen schlauen Bemerkungen über das Trauern um sich, als wäre ich von gestern und wüsste nicht, dass es schwer ist, einen Menschen zu verlieren, mit dem man in den letzten Jahren jeden Tag seines Lebens verbracht hat.